Der Tag geht und die zweite Nacht beim „Race Around Austria“ setzt den Fahrern mächtig zu. Nach dem ersten Drittel der 2200 Kilometer langen Grenzfahrt befindet sich Bernhard Steinberger auf Rang sieben. Die hohen Temperaturen machen den Pösinger zu schaffen. Zur größten Mittagshitze hat Steinberger sich deshalb in Absprache mit seinen Betreuern eine Stunde Schlaf gegönnt. Dadurch hat er natürlich Plätze verloren, aber auch die Anderen Grenzfahrer müssen Schlafpausen einlegen und dann werden sich die Platzierungen wieder verändern. Um Wien herum, zum Neusiedler See und durchs Burgenland. Erste lang gezogene Anstiege kündigten am Nachmittag die großen Bergpässe im Süden an. Zum ersten Mal setzte Bernhard Steinberger sein Bergrad ein, daß mit einer leichteren Übersetzung und etwas weniger Gesamtgewicht seine „Kletterfähigkeiten“ beflügeln soll. Zur Abfahrt wurde wieder gewechselt, damit er auf dem Weg ins Tal wieder hohe Übersetzungen treten kann. Reinhard Schießl, Physiotherapeut im Steinberger Team musste den Pösinger bei einem kurzen Halt von lästigen Rückenschmerzen befreien. Eine Decke auf dem Gehsteig ersetzt dabei die Praxisliege. Der Schlafmangel und die ungeheuere Belastung ist Steinberger ins Gesicht geschrieben. Durch mentale Krisen, die es jetzt immer öfter geben wird, muss ihn das Team tragen. Da reicht oft die permanente Ansprache über Funk, oder ein Musikwunsch, der aus den Dach-Lautsprechern dröhnt und den Grenzfahrer, treibt. „Nach einem Tief kommt auch immer wieder ein Hoch“ sagte Bernhard Steinberger vor dem Rennen. Daran muss er sich in den nächsten Tagen wieder und wieder erinnern.