Das Leiden hat ein Ende… Bernhard Steinberger ist im Ziel. Der Zweite Renntag war wie erwartet eine schwere Prüfung für die Grenzradler. Noch am Freitag standen der Flüelapass (1.790 Höhenmeter), Julierpass (1.060 Höhenmeter), Oberalp, Gotthard (1.750 Höhenmeter) auf dem Tourplan und in der Nacht zum Samstag wollte dann der Nufenenpass mit seinen 1.710 Höhenmeter überwunden werden. Steinberger, der sein Rennen ohne Pause bestreiten wollte, musste nach dieser Ansammlung von mörderischen Anstiegen eine halbstündige Schlafpause einlegen. Sein Team hatte alle Mühe, den Extremsportler aus dieser tiefen Krise zu holen. Es gelang und in den folgenden, flachen Streckenpassagen fand er zur gewohnt starken Leistung zurück. Die Route führte die Fahrer nach Lausanne, Muntelier und an den Bielersee in den Westen der Schweiz. Bei Balsthal etwa 150 Kilometer vor dem Ziel war die heimliche Königsetappe angekündigt. Steigungen bis zu 20 Prozent machten auch Bernhard Steinberger das Leben schwer. In Laufenberg angekommen führte der Rundkurs wieder einige Kilometer am Rhein entlang und kündete vom nahen Ziel in Neuhausen am Rheinfall.
Einen Tiefschlag für den Pösinger Extremradler und sein Team gab’s dann noch 5 Kilometer vor dem Erreichen der Ziellinie. Weil die Schiebetür im Begleitfahrzeug während der Fahrt geöffnet war und das als Verkehrsgefährdung ausgelegt wurde, bekam Bernhard Steinberger eine Strafzeit aufgebürdet, die er an der letzten Zeitkontrolle absitzen musste. Zum Glück lagen die Verfolger zu weit zurück, um diese Zwangspause zum Überholen zu nutzen. Bernhard Steinberger kam nach 42 Stunden und 37 Minuten am Start und Ziel in Neuhausen als Elfter von 20 verbliebenen Solofahrern an. Damit lag er fast 7 Stunden hinter Reto Schoch aus der Schweiz, der das Rennen für sich entscheiden konnte. Steinberger, ohnehin mit gedämpften Hoffnungen bei der Tortour an den Start gegangen, kann dennoch zufrieden sein, seine Konkurrenz aus Deutschland hat er auf die Plätze verwiesen.